300 Jahre Kapelle St. Fridolin

Chäppeli St. Fridolin, das einzige Gotteshaus in Riburg, beliebter Treffpunkt und Foto-
kulisse (um 1900).

Chäppeli St. Fridolin, das einzige Gotteshaus in Riburg, beliebter Treffpunkt und Foto- kulisse (um 1900).

Blick auf die Orgelempore im Chäppeli vor der letzten Renovation in den Jahren 1967–68:
Die Glocke wurde noch per Seil geläutet und die heutige Hauser-Orgel war noch nicht
eingebaut.

Blick auf die Orgelempore im Chäppeli vor der letzten Renovation in den Jahren 1967–68: Die Glocke wurde noch per Seil geläutet und die heutige Hauser-Orgel war noch nicht eingebaut.

Die Kapelle St. Fridolin feiert dieses Jahr ihr 300-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass wird das im 18. Jahrhundert erbaute «Chäppeli» renoviert. Am 19. Oktober 2019 findet deshalb ein Jubiläumsfest statt. Es beginnt um 17 Uhr mit einem Festgottesdienst und geht gleich danach in einen Festbetrieb über.

Ryburg und der Heilige Fridolin

Nach langer Wanderschaft (in den Vogesen, rheinaufwärts bis nach Chur und ins Land Glarus) zeigt Gott dem Glaubensboten Fridolin im Traum sein Ziel: Säckingen. Fridolin hat dort im 7. Jahrhundert das erste Kloster in unserer Gegend gebaut. Vielleicht lernten die Bauern von den Klosterleuten ihre Obstbäume veredeln und auch sonst Feld und Wald in ein wahres Paradies zu verwandeln.

Die Legende erzählt, dass der kinderlose Graf Urso kurz vor seinem Tod dem Heiligen Fridolin eine Schenkung für das Kloster Säckingen machte. Als er starb, beanspruchte aber sein Bruder, Graf Landolf, diese Vergabung. Da Fridolin keine Belege vorweisen konnte, wandte er sich in seiner Not an Gott. Es stand ja nicht nur das «Haben» einer Besitzung auf dem Spiel, sondern ebenso das «Sein», seine Glaubwürdigkeit als Mensch und Mann Gottes. Der Missionar kämpfte eine lange Nacht im Gebet um Hilfe von Gott. Dieser erweckte nun wunderbarerweise Urso wieder zum Leben. Sie gingen zusammen vor Gericht, wo der erschrockene Richter und Graf Landolf die Rechtmässigkeit der Stiftung anerkannten. Graf Landolf ging in sich und setzte das Kloster auch zum Erben seines eigenen Vermögens ein. Diese Geschichte will zeigen, dass das, woran einer glaubt, nicht einfach gegeben ist, sondern manchmal betend erkämpft werden muss. Es gehört zur Partnerschaft von Gott mit den Menschen, dass sie sich für einander einsetzen.

Übrigens: Auf dem rechten Seitenaltar der Dorfkirche – über dem Erzengel Michael — begegnen Fridolin und Urso dem angebundenen gemarterten Sebastian. Vielleicht ein Hinweis, dass Gott mit den jeweiligen Opfern der Geschichte solidarisch ist und unsere Befreiung aus Zwängen, Not, Krankheit und Ohnmacht will.

Wir lesen im Pfarrbuch, das Pfarrer Franz Wohnlich im Jahre 1807 verfasste, dass am 26. Juli 1711 Fridolin Graf, Bürger zu Ryburg, nach seiner Gesundung mit Einwilligung seiner geliebten Frau Anna Ruflin zur Vermehrung der grossen Ehre Gottes endlich eine kleine Kapelle samt einem Altar im Dörflein Ryburg aufrichten will. Auf dem Stein über dem Eingang kann man lesen, dass der Bau 1719 vollendet wurde. Seit 1801 läutet auch ein Glöcklein und erklingt wie die neue Orgel: Gott zur Ehr und uns zur Freud.

Quelle: Liber parochialis, S. 41-42

Haben Sie in Ihrer Familie noch alte Fotos vom Chäppeli? Wir würden sie gerne digitalisieren für eine historische Dokumentation über die Geschichte des Chäppelis. moehlin@christkathfricktal.ch, Telefon 061 851 10 60.

Gedenktag: 6. März
Patron von Bad Säckingen, Näfels, Kanton Glarus; der Schneider und des Viehs; gegen Feuer- und Wassergefahr, Viehseuchen, Kinderkrankheiten,
Bein-, Knie-, und Armleiden; für fruchtbares Wetter

Bauernregeln:
Mit ihren Herden wieder hin; / ziehen die Schäfer an Fridollin.
Um den Tag des Fridolin, / da zieht der letzte Winter hin.
Nach dem Tag des Fridolein, / da muss der Pflug im Felde sein.

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